AUTOKAUF | GOODBYE SYDNEY! ES GEHT AUF AUSTRALIENS HIGHWAYS!

Zwei Wochen in der größten Metropole Australiens sind vergangen. Wir haben viele neue Leute der verschiedensten Nationen kennengelernt, sind durch die meterhohen Wellen am Bondibeach gesprungen, haben unsere erste Riesenechse in freier Wildbahn gesehen und Sydneys Skyline bei Sonnenuntergang bestaunt.

Zuerst haben wir versucht, in Sydney Fuß zu fassen. Wir wollten unbedingt arbeiten, um unsere Reisekasse zusätzlich aufzubessern. In einer Großstadt, in der aber täglich hunderte von Backpackern landen, ist das gar nicht so leicht. Nachdem sich unsere Backpackergruppe, mit welcher wir auch bei den Blue Mountains waren, nach und nach auflöste beschlossen wir auch, die Zelte abzubrechen und loszuziehen. Allerdings wollten wir nicht mit dem allseits bekannten Greyhoundbus über Nacht in eine andere Stadt fahren – nein! Wir wollen Australien abseits der Touristenwege erleben. Dafür sind wir schließlich hier.

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Also begannen wir nach einem Auto mit Schlafmöglichkeit zu suchen. Ein Campervan kam für uns nicht in Frage, da man mit diesem nicht ins Outback fahren kann. Auch hier hatten wir wiedermal den Sydney-Fluch auferlegt bekommen. Viele Backpacker kaufen sich ein Auto an der Westküste, um es dann nach der Reise für mehr Geld wieder in Syney zu verkaufen. Großstadt-Bonus. Die Stadt ist verdammt teuer! Dennoch fanden wir nach langer Suche 3 Autos in erreichbarer Nähe, die preislich zumindest mal einen Besichtigungstermin wert waren. Das erste Auto, für das wir zwei Stunden Busfahrt auf uns nahmen, war aber mehr als enttäuschend. Am Fahrzeug angekommen, fiel vorne schon die Lampe aus der Halterung und hing an den Kabeln. Die Besitzerin fixierte sie daraufhin mit einem Haargummi mit den Worten „aber die funktioniert noch“. Das Thema Probefahrt hatte sich für uns da schon erledigt. Wir wollten ein Auto, auf das wir uns verlassen können.

Aufgrund der Wetterbedingungen in Australien können die Fahrzeuge hier sehr alt werden. Man sagt, dass Autos mit einer Kilometer-Laufleistung ab 200.000km erst so richtig in Fahrt kommen. Eine Laufleistung bis zu 400.000km ist hier vollkommen normal, für uns in Deutschland wäre so Etwas undenkbar. Am nächsten Tag schauten wir uns das nächste Auto an. Das sah bei Weitem Besser aus, obwohl es sogar 2 Jahre älter war. Auch die Probefahrt verlief super – das erste mal im Linksverkehr! Doch auch hier gab es einen Haken: der Verkäufer versuchte uns zu erzählen, dass sein Auto Öl verliere, das doch aber für das Alter total normal wäre. Auch das war für uns ein No-Go. Total gefrustet planten wir nun doch unsere Weiterreise mit dem Bus, als Peter über Facebook eine Nachricht bekam. Über eine Auto-Verkaufs-Gruppe für Backpacker hat ein gleichaltriges deutsches Pärchen gesehen, dass wir nach einem Geländewagen suchen. Sie luden uns zu einem Besichtigungstermin ein. Glücklicherweise (für uns) hatte ihr Interessent in letzter Minute doch abgesagt und somit stand uns das Auto zur Probefahrt zur Verfügung. Wir fanden das Fahrzeug von Anfang an super, es schnurrt wie ein Kätzchen. Nun sind wir stolze Besitzer eines Camper-Geländerwagens mit Allrad-Antrieb! Angemeldet ist das Fahrzeug in Western Australien. Wunderbar für uns, da dies der einzige Staat ist, bei dem man die Ummeldung einfach online vornehmen kann. In allen anderen Staaten ist es schwieriger oder man bezahlt viel Geld.

Jetzt geht es also auf Australiens Straßen. Samstag haben wir noch schnell die letzten Vorbereitungen getroffen. Unser Fahrzeug, welches wir liebevoll „Mitzi“ genannt haben (von Mitsubishi) hat zwar schon alles Nötige für einen Roadtrip, wir haben uns aber doch lieber neue Bettwäsche gekauft. Man weiß ja nie ;-).
Die ungefähre Route geht von Sydney die Ostküste hoch. Ziel soll nach ein paar Tagen Brisbane sein. Übernachtet wird natürlich im Auto auf kostenlosen Campingplätzen. Wikicamps ist dafür eine sehr gute App. Funktioniert ähnlich wie Google Maps, mit der Besonderheit, dass Backpacker hier besondere Haltepunkte (Kostenlose Campingplätze, Duschen, Sehenswertes etc) eintragen können und sich somit gegenseitig helfen. Der erste Stopp war nach 350km in der Nähe vom Crowdy Bay Nationalpark. Dieser Campingplatz am „Johns River“ war noch sehr gut ausgestattet. Es gab sogar freies WLAN! Am nächsten morgen verbrachten wir einige Stunden im benachbarten Port Macquarie und kauften unser Abendessen ein, bevor es weiter ging.

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Eigentlich hatten wir eine Übernachtung in Nambucca Heads geplant. Ein super Spot direkt am Meer, riesige Wellen und weite Sandstrände. Allerdings standen überall Schilder, die das Übernachten im Auto am Strand untersagten und somit beschlossen wir dort nur zum Abend zu essen. Es war so wunderschön! Man fühlt sich so befreit, der Kopf kann endlich abschalten und man beginnt das Leben zu genießen.

Als es dann anfing zu regnen packten wir unser Equipment wieder ins Auto und fuhren 50km ins Landesinnere zu unserem nächsten Campingspot: Waterfall Way. Wie der Name schon sagt soll es dort viele Wasserfälle geben, die wir uns dann am folgenden Tag anschauen werden. Leider wird es jetzt mit dem Internetempfang noch schwieriger als vorher schon. Ich frage mich, wann es soweit sein wird, dass wir uns tatsächlich das doofe Hostel-WLAN zurückwünschen. Vielleicht tut es uns aber auch mal ganz gut, so ein bisschen abzuschalten. Nur Vogelgezwitscher, freche Möwen die einem das Essen klauen wollen, und wir.

Posted on: 16. Oktober 2017

4 Gedanken zu “AUTOKAUF | GOODBYE SYDNEY! ES GEHT AUF AUSTRALIENS HIGHWAYS!

  1. Hallo ihr beiden – es läuft!! Mitzi sieht echt toll aus und ihr habt euer Bett immer mit dabei. Was gibt es besseres? Ich liiiihiebe es auf Campgrounds oftmals mitten in der Natur zu übernachten. Das ist Abenteuer pur. Sind diese denn auch Hübsch oder nur zweckmäßig? Viel Spaß weiterhin ?

    1. Hallo Jule,
      Also die letzten zwei Campingplätze waren super, beim ersten gab es einen Pub mit Free WiFi und Billiardtisch ;). Der zweite war einfach ausgestattet, aber die Natur war super. Nur duschen haben die beiden leider nicht gehabt. Die müssen wir dann separat suchen ?

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