FRASER ISLAND – MIT DEM EIGENEN AUTO

Wir haben es getan! Wir waren mit unserer eigenen Karre auf der größten Sandinsel der Welt. Wer als Backpacker durch Australien reist, für den ist ein Abstecher auf diese Insel ohnehin ein MUSS. Einmal im Leben über den 75 Mile Beach Highway direkt am Wasser entlang düsen, wilde Dingos bei der Patrouille beobachten und durch den schönsten See der Welt – den Lake McKenzie – tauchen. Wer kann da schon nein sagen? Noch schöner wird das Erlebnis, wenn man es mit dem eigenen Auto erlebt. Wir sagen dir, worauf du achten musst, erzählen dir von unseren Erfahrungen und machen deutlich, warum es so viel besser ist, keine geführte Tour zu buchen.

WARUM MIT DEM EIGENEN AUTO? ES GIBT DOCH SO VIELE TOUREN!

Natürlich kannst du für Fraser Island auch eine geführte Tour buchen, was mit Sicherheit auch cool sein kann, gerade um neue Leute kennen zu lernen. Für uns kam das aber aufgrund der überteuerten Preise (ab 370 Dollar pro Person) und der Unflexibilität nicht in Frage. Mit einer Tour sind alle Haltepunkte vorgegeben, du kannst nicht einfach zwischendurch aussteigen um ein schönes Foto zu schießen oder die Umgebung zu erkunden. Du wirst die Highlights der Insel nie abseits der Touristenmassen sehen können, du bist immer „Einer von Vielen“. Und auf all deinen Fotos sind irgendwo Menschen zu sehen. Wenn du mit dem eigenen Auto fährst, kannst du selbst entscheiden wann und wo du Halt machst. Du wirst kaum Touristen sehen und die meiste Zeit das Gefühl haben, die Insel für dich alleine zu haben. Und wenn du Lust hast, 5 Stunden am Lake McKenzie zu liegen, dann tust du das eben.

 

SELBST FAHREN IST NICHT EINFACH!

Wenn du dir beim Autofahren unsicher bist, erst vor kurzem den Führerschein gemacht hast oder Angst davor hast, dass etwas an deinem Auto kaputt gehen könnte, dann lass es lieber! Auf Sand zu fahren ist keine leichte Aufgabe. Und nicht jedes Auto, dass auf die Insel fährt, kommt auch wieder heile zurück. Dem muss man sich bewusst sein. Die Insel bringt viele Gefahren mit sich und auch wir hatten so unsere Probleme, durch den Sand zu kommen, wie du später im Artikel noch erfahren wirst.

 

DIE INSEL KANN NUR MIT EINEM 4WD BEFAHREN WERDEN

Reisenden mit Campervan oder Allrad-Antrieb ist die Überfahrt auf die Insel leider nicht erlaubt. Bevor du eine Tour mit dem eigenen Auto planst, sei dir sicher, dass dein Fahrzeug eine 4WD-Schaltung hat, die auch funktioniert. ACHTUNG! Allrad ist kein 4 Wheel-Drive!

4WD

 

FAHR NICHT ALLEINE!

Suche dir am besten Reisepartner mit einem weiteren Fahrzeug, damit du nicht alleine fährst. So könnt ihr euch gegenseitig helfen, sollte ein Auto mal stecken bleiben. Und glaub uns – die Chance, im Sand stecken zu bleiben ist sehr hoch.

 

VOR DEM ABENTEUER – WAS DU VORBEREITEN SOLLTEST

Wer auf die Insel fahren möchte, der braucht wie so ziemlich für alles in Australien eine Genehmigung. Diese bekommt man entweder online oder – wie wir es gemacht haben – in einem Informationscenter in Rainbow Beach. In Hevery Bay bekommt man die mit Sicherheit auch, wir können dir aber nur von Rainbow Beach erzählen. Dort bekommst du alle Notwendigen Genehmigungen, eine kurze Einweisung zum Fahren mit dem 4WD und generelle Regeln, die auf Fraser beachtet werden müssen.

 

BENZIN IST TEUER – UND SCHNELL VERBRAUCHT

Sorge am besten mit einem weiteren Benzinkanister vor, denn Benzin auf Fraser Island ist sehr teuer (knapp 2 Dollar pro Liter). Maximal sind allerdings nur 50L zugelassen. Das solltest du beachten, wenn du deine Kanister volltankst.

 

REDUZIERE DEN REIFENDRUCK

Bevor du auf die Insel fährst, MUSST du den Reifendruck auf maximal 25 PSI runter lassen. Wir Trottel wussten das, haben es aber vergessen. Wir sind direkt 100 Meter nach Ankunft in der ersten Kurve stecken geblieben. Hinter uns kam eine geführte Tour, dessen Guide uns dann den Reifendruck abgelassen und das Auto wieder rausgeholt hat. Das war vielleicht peinlich!

 

ACHTE AUF DIE GEZEITEN

Es ist ganz wichtig, sich über die genauen Zeiten von Flut und Ebbe zu informieren. Bei der sogenannten „High Tide“ sind viele Abschnitte am Strand nur teilweise oder gar nicht befahrbar. Es wird empfohlen, jeweils einen 2 Stündigen Bogen um die Flut zu machen. Das bedeutet im klartext: 2 Stunden vor und nach der Flut sollte der Strandabschnitt mit dem Auto gemieden werden. Plane das bei deinen Tagestouren unbedingt mit ein, denn sollte dein Auto tatsächlich von der Flut erwischt und ins Meer gezogen werden, kommen heftige Strafen auf dich zu. Bei uns wurde es einige Male nämlich ganz schön knapp!

Ebbe auf Fraser Island

 

RESPEKTIERE DIE NATUR

Fraser Island ist wirklich eine wunderschöne Insel, die sehr naturbelassen ist. Um Dingos und Pflanzen zu schützen, ist es verboten, seinen Müll liegen zu lassen. Auf der Insel gibt es mehrere Waste-Stationen. Die Strafen für eine illegale Müllentsorgung sind sehr hoch. Damit die Insel so schön bleibt, wie sie ist, solltest du deinen Müll immer mitnehmen und bei der nächsten Station abgeben.

 

DINGOS SEHEN SÜß AUS – SIND SIE ABER NICHT

Ein besonderes Merkmal der Insel sind die vielen frei herumlaufenden Dingos. Es ist sehr wahrscheinlich, einem zu begegnen. Wir hatten in der ersten Nacht zwei heulende Dingos vor unserem Auto sitzen und auch am morgen einen kleinen Besucher. Normalerweise haben Dingos Angst vor Menschen. Aber, auch wenn sie süß aussehen, darfst du nicht vergessen, dass es wild lebende Tiere sind, die sich ihr Fressen jagen müssen. In den letzten Jahren wurden Dingos von den Touristen angefüttert und haben dadurch ihre Angst vor Menschen verloren. So kann es durchaus passieren, dass du ihre Jagd-Instinkte weckst, wenn du dein Essen ausbreitest oder beim Toilettengang vor ihnen wegrennst. Deswegen gilt:

Räume deine Lebensmittel immer in eine verschließbare Truhe und lass es nicht herum liegen.
Gehe niemals alleine los.
Reist du mit Kindern? Lasse sie niemals aus den Augen. Dingos haben keine Angst vor ihnen.
Renne niemals vor einem Dingo weg und vermeide hektische Bewegungen. Sie sind schneller als du.
Sollte ein Dingo tatsächlich aggressiv werden und auf dich zukommen, bleibe ruhig, verschränke die Arme und gehe langsam ruckwärts zurück zu deinem Auto.
Füttere sie nicht, auch wenn sie noch so hungrig aussehen.

Dingo

 

KOSTEN

Fähre: 120 Dollar (+1 Dollar, wenn man mit „Plastik“ zahlt), pro Fahrzeug, hin und zurück
Genehmigung für das Fahrzeug: 47 Dollar
Genehmigung zum Campen auf Fraser Island: 6,30 Dollar pro Fahrzeug pro Nacht
Wir haben für die komplette Tour insgesamt (mit Essen, Benzin und co.) ca. 300 Dollar bezahlt.

 

UNSERE TOURROUTE – SEHENSWÜRDIGKEITEN

ELI CREEK

Wir starteten gegen 12 Uhr mit der Fähre von Rainbow Beach aus. Zuerst ging es über einen kurzen Inlandtrack bis zum 75 Mile Highway, den wir dann bis zum Eli Creek durchfuhren. Am ersten Abend verbrachten wir die Nacht in der Camping Zone 4 am Eli Creek, direkt am Meer. Hier ist ein toller Spot, um Dingos zu beobachten und um mit Meeresrauschen einzuschlafen.

S.S. MAHENO SCHIFFSWRACK

Am zweiten Tag ging es weiter zum Maheno Schiffswrack. Tipp: gleich morgens um 7 Uhr ist dort noch niemand. Perfekt, um tolle Fotos zu schießen.

GUT ZU WISSEN
Die S.S. Maheno war einst ein Luxusdampfer aus Neuseeland, welches zum verschrotten von Australien nach Japan gebracht werden sollte. Durch einen Sturm auf dem Meer riss sich das Schiff von seinem Schleppschiff los und steuerte Besatzungslos auf Fraser Island zu. Anfangs wurden in dem gestrandetem Schiff Hochzeiten und Geburtstage gefeiert, doch als der Verfall begann wurde es von der Armee als Übungsobjekt genutzt. Heute sieht man von dem einst 124 Meter langem Schiff nicht mehr wirklich viel, weil der Sand es Tag für Tag verschlingt.

 

CHAMPAGNEPOOLS

Vom Wrack aus fuhren wir den Strand entlang weiter bis zu den berühmten Champagne-Pools. Auch dort kommen die Menschenmassen erst gegen 10 Uhr. Wer früh genug dort ist, hat die Pools ganz für sich alleine.

 

WADDYPOINT

Als die ersten Gruppen eintrafen, machten wir uns auf den weg zu unserem nächsten Camp, dem Waddy Point. Dort gibt es einen wunderschönen Strand mit türkisem Wasser, in das man bei Ebbe kilometerweit hineinwandern kann. Abends saßen wir alle beisammen, einer unserer Travelmates spielte Musik auf seiner Gitarre und wir genossen den Sonnenuntergang.

 

LAKE WABBY

Am nächsten Morgen planschten wir nochmal ein bisschen im Meer, bevor wir uns auf den Weg zu Fraser Islands Lake McKenzie machten. Wir fuhren ein Stückchen auf dem 75 Mile Highway am Strand zurück. Weil gegen mittag die Flut kam beschlossen wir, einen Stopp beim Lake Wabby einzulegen, um die Zeit abzuwarten, bis wir wieder weiter fahren konnten. Nach einer kurzen Wanderung zeigte sich Fraser Island von seiner schönsten Seite: wahnsinnig große beeindruckende Sanddünen zogen sich kilometerweit über die Insel. Und hinter einer großen Düne versteckt liegt der Lake Wabby. Ein kleiner grünlich schimmernder See mit Grundwasser. Besonders cool: In diesem See leben kleine Fische, die einem die alten Hautschuppen von der Haut futtern. Kitzelt ein bisschen, ist aber super witzig. Andere bezahlen in ihrem Urlaub viel Geld dafür. Leider wird dieser See in ein paar Jahren von der Düne komplett verschüttet sein. Ein Grund mehr, sich ihn nochmal anzuschauen!

 

LAKE MCKENZIE

Sicher hast du diesen Namen schon einmal gehört. Und wer auf Fraser Island fährt, der MUSS zu diesem See. So sind wir auch über den Inlandtrack an Euronga vorbei zum Lake gefahren. Achtung die Straße kann sehr gefährlich sein! Vielen Autos hat dieser Track schon die Achse gekostet. Wir sind mit maximal 20 Kmh gefahren, hat gereicht. Aber eine Fahrt dorthin lohnt sich allemal: Der See mit dem strahlend blauem Wasser und weißem Sand hat schon viele Preise gewonnen. Unter anderem gilt er als schönster See der Welt und auch als See mit dem sauberstem Wasser. TIPP: Wenn du gegen Sonnenuntergang kommst, hast du den See für dich alleine. Buche eine Nacht in der Central Station, die vom Lake McKenzie nur etwa 20 Minuten entfernt liegt.

 

CENTRAL STATION

Ein Campingground, der eine eigene Rubrik verdient. Wir empfehlen wirklich, eine Nacht dort zu verbringen. Nicht nur, weil es am nächsten an dem berühmten Lake McKenzie liegt, sondern auch, weil die Anlage mitten im Regenwald einfach super ist. Wir haben dort unser erstes Flughörnchen gesehen. Aber Achtung: Mückenspray ist überlebenswichtig!

Central Station

 

ZURÜCK MIT DER FÄHRE

Vergiss nicht, nach Ankunft in Rainbow Beach an der Tankstelle deine Reifen wieder aufzupumpen.

 

UND WENN ICH DOCH MAL STECKEN BLEIBE?

Du bist in Australien! No Worries! Solange man mit gesundem Menschenverstand fährt, kann einem eigentlich nichts passieren. Stecken bleiben ist harmlos und kann selbst dem erfahrensten 4-Wheel-Driver passieren. Deswegen hat so ziemlich jeder Local ein Abschleppseil dabei, mit dem er dich rausziehen kann und wird dir dafür nicht den Kopf abreissen.
Teuer wird es nur, wenn das Auto im Meer liegen bleibt. Aufgrund „Verschmutzung durch Kontakt mit dem Meerwasser“ kann es dann schnell mal in die Tausende gehen. Deswegen: Immer Kopf einschalten! Ihr glaubt nicht, was wir auf Fraser alles so gesehen haben.

 

LETS GO!

Wir hoffen, wir konnten dich damit ein bisschen ermutigen, dein Abenteuer zu planen und dir dabei zu helfen. Wir hätten uns vor unserem Abenteuer eine solche Anleitung gewünscht. Vielleicht wären wir dann nicht 2 mal mit dem Auto stecken geblieben.

Unsere Highlights im Video:
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=iIFBVZHzd0Y]

Cheers, Jester

Posted on: 18. Dezember 2017

4 Gedanken zu “FRASER ISLAND – MIT DEM EIGENEN AUTO

  1. wow !! wieder so tolle Bilder von Sonne, Strand, Meer und Seen und ich frier mir hier echt was ab. Heute hat es wieder geschneit, alles weiß und der Schnee bleibt bislang sogar liegen. Viele Grüße in die Sonne <3!!

  2. Oh mir fehlen die Worte. Einfach traumhaft schön und echt toll beschrieben. Super Fotos und……. mir fehlen einfach die Superlative. Genießt die Zeit und nehmt alles mit, was geht….
    Grüße Ruth und Hans

  3. ??Hallo ihr zwei. Endlich Empfang ?ich konnte euren Beitrag sehen und lesen. Bin begeistert ? einfach phantastisch euer Bericht, Bilder und Video. Bin schon etwas neidisch. Trotzdem, euch weiterhin viel Spaß. Lg ütchen

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