KALBARRI NATIONALPARK UND DELFINE IN SHARK BAY

Der Murchison River ist der längste Fluss Western Australias

Die Strecken auf unserem Roadtrip zwischen den Stopps werden immer länger. Die Sonne steht tief am Horizont und lässt die Erde in einem feurigem Rot erscheinen. Es sieht so aus, wie man sich Australien vorstellt, wie man es aus dem Fernsehen kennt. Die Temperaturen steigen mit jedem gefahrenem Kilometer und machen unser Roadtrip-Abenteuer perfekt, als wir am Eingangsschild des Kalbarri Nationalparks vorbei fahren.

Die Küste von Kalbarri

Für den Park haben wir uns zwei Tage vorgenommen, weil er quasi aus zwei Teilen besteht – Küste und Inland. Da es schon Zwei Uhr am Nachmittag ist und die Sonne in Australien unverschämt früh untergeht beschließen wir, den Rest des Tages den Küstenabschnitt abzuklappern.

Am Eagle Gorge Lookout machen wir unseren ersten kurzen Stopp.

Die Küste ist beeindruckend!
Die Küste ist beeindruckend!

Ein wirkliches Highlight ist der Mushroom Rock. Allein der Weg dorthin lohnt sich wirklich. Unten angekommen schauen wir den Wellen zu, die Meterhoch gegen die Felsen knallen. Dabei sind wir nicht alleine: hunderte kleine und große Krabben verstecken sich unter den Steinen.

Mushroom Rock Trail ist sehr sehenswert!
Allein der Weg dorthin war schon sehenswert
Mushroom Rock im Kalbarri Nationalpark
Der Blick auf den Mushroom Rock
Krabben waren überall
Wir waren nicht alleine

Auch die anderen Haltepunkte wie Port Alley oder Red Bluff können sich sehen lassen und sind auf jeden Fall einen kurzen Stopp wert.

Eine fantastische Aussicht gibt es am Red Bluff Lookout
Red Bluff Lookout
Die Küste am Port Alley Lookout
Port Alley Lookout
Die Klippen gingen teilweise steil hinunter
Klippen am Red Bluff Lookout

Kurz vor Sonnenuntergang fahren wir auf einen Campingplatz direkt im Kalbarri Naionalpark. Die Murchison House Station direkt am Fluss ist zwar schon sehr in die Jahre gekommen, aber irgendwie idyllisch. Die Besitzer sind auch ganz nett und wir können immerhin nochmal unsere Kameras aufladen und ein Video schneiden. Strom ist auf unserem Roadtrip zu einem richtigen Luxusgut geworden!

The Natures Window

Am nächsten Morgen wachen wir mit dem Sonnenaufgang auf. Der Innere Teil von Kalbarri steht an. Nach einem schnellen Frühstück und einer kurzen Dusche geht es auf direktem Wege zum Natures Window, ein Fenster gebildet aus einer Felsformation. Solche gibt es in Australien eigentlich ziemlich häufig, aber bei diesem ist der Ausblick das, was den Kalbarri Nationalpark so besonders macht: man hat eine gigantische Aussicht über den Murchison River, der sich durch eine Schlucht schlängelt.

Der Murchison River ist der längste Fluss in Western Australia
Ein Fenster der besonderen Art

Dass das Natures Window allerdings nicht unser Highlight des Parks wird, ist uns schnell klar. Zwar sieht das Ding schon ganz hübsch aus, ist aber voller Touristenmassen und kein wirklicher Ort zum Verweilen, auch wenn die Aussicht mega ist.

Die Aussicht ist wunderschoen
Der Murchison River ist der längste Fluss Western Australias
Die Natur im Kalbarri Nationalpark ist einzigartig
Und der zweitlängste Fluss Australiens

Dahinter beginnt ein langer Wandertrail, der sich kilometerlang durch die Schlucht zieht. Wir laufen die ersten Meter, drehen dann aber um. Es ist uns doch tatsächlich zum ersten Mal seit langem zu heiß zum Wandern!
Der West Loop Lookout ist leider zurzeit gesperrt, weil dort gerade eine Glasbrücke über die Schlucht gebaut wird, die Ende 2018 erst eröffnet werden soll. Schade für uns.

Wir beschließen stattdessen noch zu den anderen Lookouts zu fahren. Neben dem Natures Window gibt es in Kalbarri noch The Loop und Z-Bend. Bei Letzterem laufen wir dann doch noch einen Walkingtrail, der letztendlich wahrscheinlich sogar anstrengender zu sein scheint als der am Natures Window.

Aussicht auf den Z Bend
Da soll es gleich runter gehen

Es geht über steile Felswände und Leitern nach unten in die Schlucht. Die Felswände leuchten in einem so unglaublich intensiven Rot, dass wir uns fühlen, als würden wir direkt in die Hölle hinabsteigen. Die Temperaturen bestätigen das auch, wäre am Ende des Trails nicht der Fluss, der für etwas Abkühlung sorgt.

Die Felswände sind unfassbar rot
Unfassbar rote Felswände
Durch enge Schluchten
Da geht es durch

Zwischen den Felswänden ist es extrem ruhig, man hört nur das Wasser fließen und die Vögel zwitschern. Mutter natur scheint im Kalbarri Nationalpark alles gegeben zu haben!

Im Tal war es dann wieder etwas kühler
Murchison River im Tal
Mega Farben
Geniale Farben, oder?

Etwas weniger spektakulär fanden wir Hawks Head und Ross Graham Lookout, sodass wir dort jeweils nur wenige Minuten verbleiben und dann aus dem Park fahren. Die Bilder davon haben wir nicht mal bearbeitet.

Kackwetter in Shark Bay

Einige Fahrstunden über Kalbarri liegt auf einer Landzunge die Region Shark Bay. Nachdem wir unterwegs auf einem kostenlosen Campingplatz übernachtet haben fahren wir am nächsten Morgen vom Highway Richtung Denham ab. Das Wetter hat sich über Nacht um 180 Grad gedreht – wir Meckerköpfe werden wohl dafür bestraft, dass wir den Walk am Tag davor wegen der Hitze nicht machen wollten. So wechseln wir T-Shirt und Shorts gegen Pullover und Jogginghose.

Unterwegs halten wir am Shell Beach an – ein Strand, der nur aus Muscheln besteht. Schilder weisen daraufhin, dass das Wasser an dieser Stelle doppelt so viel Salz enthält als anderswo. Die Muscheltiere lieben diesen hohen Salzgehalt und kommen deswegen in Scharen zu diesem Strand. Teilweise soll die Schicht an einigen Stellen ganze 10 Meter tief sein.

Überall nur Muscheln
Ein Strand aus Muscheln
Barfuß laufen ist hier nicht.
Barfuß laufen ist hier nicht

Das Wetter verschlechtert sich minütlich. Zur anfänglichen Kälte reihen sich Regen und Sturm mit ein. Wir erhöhen etwas die Geschwindigkeit, denn bis nach Monkey Mia, unserem Tagesziel, sind es noch 1,5 Stunden Autofahrt. Dort gibt es ein Resort, das jeden morgen von Delfinen besucht wird.
Bei einem Zwischenstopp im 26 Kilometer entfernten Denham erfahren wir dann aber, dass dieses Resort aufgrund von Umbauarbeiten geschlossen sei. Die Delfine könne man aber trotzdem beobachten, man müsse nur früh genug da sein. Weil es auch sonst keine kostenlosen Camping-Möglichkeiten gibt und wir wetterbedingt nicht grade bester Laune sind checken wir in einem Caravanpark direkt vor Ort ein. Denham ansich ist eher ein kleines, uninteressantes Dorf und wir fühlen uns irgendwie unwohl. Gelangweilt und fertig von der langen Autofahrt gehen wir schon recht früh schlafen.

Endlich Delfine

Am nächsten Morgen verlassen wir als Erste die Anlage und machen uns auf den Weg zum Monkey Mia Resort. Seit vielen Jahren wird der Strand der Anlage jeden Morgen von den selben fünf Delfinen heimgesucht. Der Grund ist eigentlich ein trauriger: eines Tages begann ein Ranger die Tiere zu füttern und machte sie somit von sich abhängig. Sie hörten auf, ihr eigenes Futter zu jagen und kamen jeden Tag an den Strand. Als man in Shark Bay davon Wind bekam, begann man, die Tiere langsam wieder zu entwöhnen, in dem man die Futterrationen langsam reduzierte. Heute werden die Tiere nur noch die ersten drei Male am Tag jeweils mit einem Fisch gefüttert, wenn sie den Strand aufsuchen. Das entspricht Zehn Prozent des täglichen Nahrungsbedarfs. Den Rest des Tages sind die Delfine auf sich allein gestellt und müssen sich ihr eigenes Fressen jagen.

Die Delfine sind sehr verspielt
Dieser ist besonders neugierig
Nicht anfassen!

Bei der Fütterung gelten strenge Vorschriften. Zu Beginn dürfen wir mit den Füßen ins Wasser treten, damit die Delfine wahrnehmen können, wie viele Menschen an der Fütterung teilnehmen. Der Guide stellt uns die Tiere vor, jeder Delfin hat einen Namen und eine Geschichte. Wärenddessen kommen sie uns sehr nah, ohne dass wir uns bewegen. Sie schauen uns in die Augen, spielen und schwimmen um uns herum. Dann werden wir aus dem Wasser gebeten und die Fütterung beginnt. Für jeden Delfin gibt es einen vom Guide ausgesuchten Freiwilligen, der ihm den Fisch hinhalten darf. Auch hier gilt: Nur hinhalten, nicht anfassen!

Jessy ist eine der Glücklichen, die den Delfin füttern dürfen
Jessy ist eine der Glücklichen, die den Delfin füttern dürfen

Nach nur 10 Minuten ist das Spektakel auch schon wieder zu Ende. Weil das miese Wetter uns immernoch ziemlich auf die Nerven geht beschließen wir, diesen kalten Ort auf schnellstem Wege zu verlassen und weiter in den Norden zu fahren. Das Ningaloo Reef wartet auf uns.

Posted on: 4. August 2018

1 Gedanke zu “KALBARRI NATIONALPARK UND DELFINE IN SHARK BAY

  1. Hallo ihr zwei, herzlichen Dank für diese schönen Bider und Berichte 😊 ist immer wieder spannend und schön von euch zu lesen. Bis bald. Lg Ute 🤗😍

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