KARIJINI NATIONALPARK – SCHÖNHEIT AUSTRALIENS

Karijini Nationalpark

Wenn es eine Sache gibt, worauf wir uns wärend unserer Reise besonders gefreut haben, dann ist das der Karijini Nationalpark. Dieser soll wegen seiner einmaligen Natur als Schönster ganz Australiens gelten und wird gerne als „must do“ der Westküste bezeichnet. Wir haben drei Tage lang das Vergnügen gehabt, den Park zu erkunden und uns ein eigenes Bild davon zu machen. Was wir erlebt haben und warum der Trip kein gutes Ende nahm, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der Abend zuvor

Wir halten an einem Campingplatz direkt vorm Karijini Nationalpark. Hier warten wir auf unsere Travelmates, die wir bereits in Exmouth kennen gelernt haben. Zusammen mit Jule, Yannick, René und den beiden Malte’s wollen wir die nächsten Tage den Park erkunden. Wir verbringen die Nacht gemeinsam dort, viel Schlaf bekommen wir aber nicht. Denn nach einigen Stunden entpuppt sich der Campingplatz als Geduldsprobe. Züge von über zwei Kilometer Länge fahren im Stundentakt bei uns vorbei und lassen ihr Horn gleich mehrmals ertönen, damit auch die tief schlafenste Person weiß, dass sie da sind. Es entsteht ein Gruppeninsider, denn das Ganze ist dann doch irgendwie lustig. „Schon lange keinen Zug mehr gehört.“

Unausgeschlafen aber bester Laune starten wir dann direkt zum Sonnenaufgang mit dem Dales Gorge am Ende des Parks.

Die Schlucht beginnt mit dem berühmten Circular Pool und zieht sich über die Fortesque Falls bis hin zum Fern Pool, der für die Aborigines eine große Bedeutung hat. Sobald man den kleinen Pool am Ende des Trails entdeckt, versteht man auch sofort warum: das türkisblaue Wasser wirkt zusammen mit den Wasserfällen schon ziemlich paradiesisch. Schwimmen ist zwar erlaubt, allerdings ist es uns dann doch zu kalt, weswegen wir nur ein paar Fotos vom Rand schießen und den Pool von außen betrachten.

Der Fernpool im Karijini Nationalpark ist eine kleine Oase
Eine kleine Oase: Der Fern Pool im Karijini Nationalpark
Erstmal eine Pause
Erstmal ’ne Pause

Danach fahren wir wieder zurück zum „Schon-lange-kein-Zug-mehr-Campingplatz“ um Yannicks Geburtstag ein wenig zu feiern.

Hancock Gorge mit Spider Walk

Am nächsten Morgen machen wir uns direkt den Hancock Gorge zur Aufgabe. Leute, diese Farben haben wir noch nie in unserem Leben gesehen! Das Wasser in der Schlucht war so intensiv blau, man könnte meinen dort hätte jemand Farbe reingekippt. Der Trail ansich ist mit Class 5 von 5 der schwierigste Walk im Karijini Nationalpark, macht aber super viel Spaß. Es geht an einem kleinem Fluss entlang durch die Schlucht, dessen Wände einfach genial aussehen. Am Ende finden wir den bekannten Spider-Walk, der zu dem Pool führt, dessen Bilder einfach fantastisch sind.

Der Trail ist wirklich sehenswert
Der Trail ist wirklich sehenswert
Der Spider Walk hat seinen Namen nicht umsonst ;)
Der Spider Walk hat seinen Namen nicht umsonst 😉
Am Ende befindet sich ein wunderschöner Pool
Am Ende befindet sich ein wunderschöner Pool

Auch wenn das Wasser wirklich abgrundtief kalt ist, lass ich es mir nicht nehmen, dieses mal (mit großem Geschrei) ins Wasser zu gehen.

Mal kurz ein Eisbad nehmen
Mal kurz ein Eisbad nehmen
Knox Gorge im Karijini Nationalpark

Dann geht es über den gleichen Weg wieder zurück und über einen wirklich steilen Abhang nach oben zum Parkplatz. Ich sterbe dabei fast und frage mich, wie die Anderen das alle so locker meistern können.

Weil wir noch etwas Zeit haben beschließen wir noch am gleichen Tag zum Knox Gorge zu fahren. Wir kommen zur perfekten Tageszeit, denn am Nachmittag leuchtet die wunderschöne Schlucht in einem atemberaubendem Orangeton. Unfassbar, was für schöne Plätze die Erde für uns bereit hält.

Auch der Knox Gorge ist wunderschön
Auch der Knox Gorge ist wunderschön

Am Nachmittag ist das Licht in der Schlucht am besten
Am Nachmittag ist das Licht in der Schlucht am besten
Der Weg endet hier
Der Weg endet hier
Gruppenbild
Von L.n.R.: Yannick, Malte, Jule, René, Peter, Ich.
Nicht im Foto: der andere Malte

Am Abend übernachten wir dann auf einem anderen Campingplatz höher im Norden, weil die nächtlichen Zugfahrten doch irgendwie eine Zumutung waren. Wir gönnen uns heute sogar ein wenig Luxus und sitzen mit Marshmallows am Lagerfeuer.

Ein bisschen Wellness

Am Tag Drei im Karijini Nationalpark steht der Hemmersley Gorge an. Hinter einem etwas „langweiligerem“ Pool befindet sich eine kleine Grotte. Diese sieht wirklich aus, wie man sich einen Spa-Pool vorstellt. Jule und ich machen ein kleines Fotoshooting, wärend die Jungs sich auf den Steinen sonnen. Das wasser ist dieses mal nicht ganz so kalt, der Pool aber anscheindend richtig tief. Ein wenig unheimlich ist es dann schon und so verbringen wir nicht all zu viel Zeit dort.

Ein mega Foto-Motiv!
Ein mega Foto-Motiv!
Nicht mehr zu vergessen

Wieder zurück am Parkplatz angekommen geht es mir dann aber plötzlich nicht mehr ganz so gut. Mein Kreislauf verabschiedet sich und ich beginne zu zittern. Ich schiebe es auf den Hunger und denke mir erstmal nichts dabei. Wir steigen in unsere Karren und brechen in Richtung Port Headland auf. Den Karijini Nationalpark lassen wir hinter uns. Die unbefestigte Straße und der aufgewirbelte Staub verbessert meine Situation nicht unbedingt und so müssen wir bei einem Roadhouse das erste mal Stoppen. Ich stelle fest, dass es wohl nicht am hunger liegt, denn der ist mir verständlicherweise vergangen. Bis zu unserem Tagesziel sind es vier Stunden Autofahrt durch die glühende Hitze. Dazwischen gibt es nichts. Es dauert eine gute halbe Stunde, bis ich mich in der Lage fühle weiterzufahren.

Never ending Road

Die nächsten Stunden sind für mich eine Qual. Wir lernen so ziemlich jeden Parkplatz auf der Strecke kennen. Zum ersten Mal merke ich, wovor die Locals immer warnen. Das Outback ist riesig, und wenn es dir schlecht geht, dann hast du halt Pech. Die Hitze ist fast unerträglich und das Trinkwasser ist so heiß, dass ich es nicht mehr trinken kann.

Nach einer gefühlten Ewigkeit für uns alle (ich weiß, dass es für alle Beteiligten nicht einfach mir mit war) kommen wir in Port Headland an. Zum Glück für mich fahren wir einen richtigen Campingplatz mit Toiletten an und verbringen dort die nächsten zwei Tage, bis es mir wieder besser geht.

Auch wenn die drei Tage im Karijini Nationalpark ein etwas turbolentes Ende genommen haben, können wir bestätigen, dass der Park wirklich einen Besuch wert ist! Vielleicht, aber nur vielleicht, sollte man versuchen das Wasser dort nicht zu schlucken ;-).

Posted on: 31. August 2018

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