ROTORUA – DAS GEOTHERMAL WUNDERLAND

Rotorua

Es liegt ein beißender Geruch in der Luft. Faule Eier. Schwefel. Das kann nur eins bedeuten: Vulkanaktivität. Woaaaaa! Willkommen in Rotorua! Der kleine Ort liegt etwa 53 km südlich von Tauranga und ist wegen seiner geothermischen und vulkanischen Aktivität sehr beliebt.
In der Umgebung wimmelt es nur so von heißen Quellen, blubbernden Schlammlöchern und tobenden Geysiren. Wer wie wir die Landschaft und Kultur Neuseelands so richtig kennen lernen will, ist hier genau richtig.

Etwa 40% der Einwohner Rotoruas gehören der Māori an. Diese sind die Nachkommen der Einwanderer aus Polynesien, die etwa im 13. Jahrhundert ihren Weg über den Ozean bis zum unbewohnten Neuseeland fanden.
Ihre Sprache, Te Reo Māori, wird heute noch viel gesprochen. Sie bezeichnen sich selbst als Tangata whenua – wörtlich „Menschen des Landes“ – und betonen hiermit ihre Verbundenheit mit dem Land. Diese geben Sie auch gerne an Gäste weiter. Für die Māori wird jeder Gast wie ein Familienmitglied behandelt. Das konnten wir wärend unserer Zeit in Neuseeland auch wirklich oft in Erfahrung bringen. So nannte uns eine Gruppenführerin wärend einer Tour ganz selbstverständlich „ihre Kinder“ oder „ihre Familie„.

Stadtpark von Rotorua

Wir sind nun also angekommen. Weil wir zu Beginn noch gar nicht so recht wissen wohin, ist unsere erste Anlaufstelle der Stadtpark. Klingt jetzt erstmal äußerst unspektakulär, aber der hats in sich! Der kostenlose Park beherbergt viele kleine heiße Quellen und wir bekommen direkt einen Eindruck von dem, was in der Region abgeht: Rotorua ist auf einem Vulkanfeld erbaut. Überall kommt heißes Wasser an die Oberfläche und fängt aufgrund der niedrigen Außentemperaturen heftig an zu qualmen.

Fazit: Für den Anfang lohnt sich ein Besuch.
Kosten: Kostenlos

den Schwefelgeruch bekommt man nicht mehr so leicht aus der Nase.
Überall riecht es nach Schwefel
Sieht teilweise ein bisschen Gruselig aus
Geniale Farben oder?
Whakarewarewa

Du hast Probleme, den Namen auszusprechen? Wir auch. Nunja, der volle Name des Māori-Dorfes ist eigentlich „Te whakarewarewatangaoteopetauaa wahiao“ und bedeutet so viel wie „Der Versammlungplatz für die Kriegszüge von Wahiao“. Vielleicht bleiben wir doch besser bei der Kurzform. Whakarewarewa ist eins der wenigen erhaltenen Māori-Dörfern in Neuseeland. Gegen Eintritt kann man die Gemeinde sowie deren Geothermale Landschaft besichtigen. Im Preis inbegriffen ist auch eine halbstündige Performance der Māori. Wir entscheiden uns jedoch dazu, dieses zu überspringen und fahren direkt zu Te Puia.

Kosten: ca. 45 NZD

Kannst du das aussprechen?
Kannst du das aussprechen?
The Puia

Weil im Preis auch der Besuch des Māori-Dorfes Whakarewarewa mit inbegriffen ist, entscheiden wir uns für die etwas teurere (wenn nicht sogar zu teure) Geothermalzone „Te Puia“ nicht unweit vom Stadtzentrum Rotorua entfernt. Ein großer Faktor bei der Entscheidung war auch die Tatsache, dass hier alle 30 Minuten der Pohutu, zweitgrößter Geysir der Welt, in die Höhe schießt. Die Anlage erinnert uns ein wenig an eine Kraterlandschaft. Wie auch schon im Stadtpark finden wir viele kleine und große Löcher mit brodelndem Wasser oder Schlamm.

Der Pohutu Geysir ist der zweitgrößte der Welt
Der Pohutu Geysir ist der zweitgrößte der Welt
Te Puia erinnert stark an eine Vulkanlandschaft
Te Puia erinnert stark an eine Vulkanlandschaft

Zum Mittagessen gönnen wir uns ein Hangi Meal, das traditionelle Gericht der Māori. Dieses wird zuvor im Erdofen zubereitet und ist groß genug zum Teilen (Kürbis, Brot, Maiskolben, Hähnchen, Salat, Kartoffeln und irgendetwas, das wir nicht identifizieren können – schmeckt nach Bratapfel).

Schmeckte jedenfalls sehr lecker
Ein traditionelles Gericht: das Hangi Meal

Bevor wir das Gelände verlassen sehen wir uns noch eine Māori-Show an. Uns wird viel über die Kultur erklärt und anschließend ein ritueller Tanz, der Haka vorgeführt. Wir sind sofort beeindruckt und befangen von der Kraft und der Austrahlung, die von den Menschen beim Tanz ausgeht. Wir haben plötzlich das bedingungslose Gefühl, angekommen, ja mit uns selbst im Reinen zu sein. Leider werden wir auch genauso schnell durch das Ende der Vorstellung wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt.

Ein Gänsehautmoment: der tradionelle Haka Tanz
Ein Gänsehautmoment: der tradionelle Haka Tanz

Fazit: Ein Besuch von „Te Puia“ in Rotorua ist eine tolle Erfahrung, aber für Budget-Reisende sehr teuer. Die Performance der Māori hat uns am Meisten beeindruckt, diese bekommt man an anderen Orten rund um Rotorua aber mit Sicherheit günstiger. Wenn man den Pohutu Geysir also nicht unbedingt sehen muss, empfehlen wir es nicht.

Kosten:
Daypass 56 NZD
Daypass mit Haka-Performance 71 NZD

Californian Redwoods

Zum Abschluss des Tages machen wir noch einen Abstecher zum Redwoods Forest am Rande der Stadt. Die Bäume dort wurden zu Beginn des 20. Jahrhundert aus Kalifornien nach Neuseeland gebracht, um die Baumvaration des Landes zu erweitern. Durch das völlig andere Klima wuchsen die kleinen Bäumchen aber wider Erwarten zu mächtigen Riesen heran, die heute einen beeindruckenden Wald bilden. Man kann verschiedene Wanderungen unterschiedlicher Längen durch den Wald machen. Wir entscheiden uns aufgrund der nahenden Dämmerung für den Kürzesten und können ein paar tolle Bilder mit der untergehenden Sonne machen.

Kosten: Wanderwege Kostenlos, Treewalk 29 NZD

Man kommt sich sehr klein vor
Man kommt sich sehr klein vor
Durch die untergehende Sonne konnten wir coole Bilder machen
Durch die untergehende Sonne konnten wir coole Bilder machen
Wildwasser Rafting

Zur Übernachtung fahren wir wieder zurück zu unserem kostenfreien Campingplatz an den Okere Falls. Hier gibt es für Adrenalin-Junkies übrigens auch die Möglichkeit, ein echtes Wildwasser-Rafting zu erleben. Die Option hatten wir uns bis dato noch offen gehalten, weil der Spaß doch recht teuer ist. Am Abend beschließen wir, das Spektakel am nächsten morgen ersteinmal aus der Ferne zu beobachten, bevor wir uns entscheiden. Über einen Lookout an den Wasserfällen kann man anderen dabei zusehen, wie sie sich in Gruppen mit einem Schlauchboot die 7 Meter in die Tiefe stürzen. Tja, was soll ich sagen. Wir Schisser.

Kosten: ca. 95 NZD

In Rotorua kann man Wildwasser-Rafting machen
Da gehts 7 Meter runter
Geothermal Wunderland Wai-o-tapu

Der nächste Halt für uns ist Wai-O-Tapu. Den dazugehörigen Lady Knox Geysir, der morgens um 10:15 künstlich aktiviert wird, lassen wir aus. Lieber schlendern wir durch die Landschaft des selbsternannten „Geothermal Wonderland“. Wir müssen zugeben, es gefällt uns in der Tat am Besten, ist es doch sogar das günstigste in der Region. Wir sehen tiefe Krater, grüne Seen und allen voran den berühmten Champagne Pool. Generell ist die Anlage sehr schön aufgeteilt, man kann durchaus mehrere Stunden hier verbringen.

Fazit: Ein schöner Park zu einem (verhältnismäßig) günstigen Preis.
Kosten: 32,50 NZD

Der Champagne Pool ist wohl die Hauptattraktion des Parks
Der Champagne Pool ist wohl die Hauptattraktion des Parks
Die Anlage ist schön aufbereitet
Die Anlage ist schön aufbereitet
die Anlage lohnt sich
…also, wirklich schön
Ziemlich tiefe Vulkankrater findet man hier
Vulkankrater – dieser nennt sich Hell’s Kitchen
Devils Pool - das Bild ist unbearbeitet
Devils Pool – das Bild ist unbearbeitet
Entspannung in Waikite Valley

Nach Wai-O-Tapu sind wir dann auch ganz schön durchgefroren. Aber was wären denn heiße Quellen, wenn man nicht auch darin baden könnte? Wir machen uns also nach einer kurzen Recherche direkt auf den Weg. Ziemlich genau 10 Fahrminuten entfernt liegt Waikite Valley, ein wahres Spa-Wunderland. Das heiße Wasser kommt direkt aus einer Quelle und fließt in die Thermalpools. Perfekt, um sich nach einem langen Tag ausgiebig zu erholen.

Fazit: Wer so wie wir eine Nacht auf dem dazugehörigen Campinglpatz bucht, darf die Pools auch außerhalb der Öffnungszeiten aufsuchen. So haben wir die Anlage am nächsten Morgen fast komplett für uns alleine. Zu den Stoßzeiten ist die Spa-Anlage allerdings maßlos überfüllt und nicht empfehlenswert. Eine Übernachtung lohnt sich also!

Kosten: 22 NZD/Nacht

Das Wasser hat eine Temperatur von etwa 30 Grad
Entspannung pur
Perfekt, um sich zu erholen
Ein bisschen Yoga

Nach einem kurzen Bad packen wir unsere Sachen zusammen und verlassen Rotorua, um ins nächste Abenteuer zu starten: einen echten Vulkan besteigen.

Posted on: 15. Januar 2019

11 Gedanken zu “ROTORUA – DAS GEOTHERMAL WUNDERLAND

    1. Hallo Thorsten,
      freut uns sehr, dass wir mit unseren Beiträgen dazu motivieren, selbst loszuziehen 😉
      Danke für dein Feedback! 🙂
      Liebe Grüße,
      Jess

  1. Danke für die (im wahrsten Sinn des Wortes) heißen Tipps! Wir sind gerade in der Nähe und werden uns die Tage auch den ein oder anderen Ort ansehen, über den ihr berichtet habt.

    1. Hallo Gerrit,

      danke für das liebe Feedback! Freut uns sehr, wenn unsere Tipps dann auch etwas bringen 🙂
      Ganz viel Spaß in Neuseeland und berichtet gerne mal, wie es war!

      Liebe Grüße,
      Jess

  2. Toller Bericht 🙂
    Wir waren vor einem Jahr ein Neuseeland und Rotorua und es war wunderschön 🙂 der Geruch ist wirklich gewöhnungsbedürftig aber besonders Wai-o-tapu hat mir auch extrem gut gefallen! 🙂
    LG Julia

  3. Hallo Ihr lieben,
    was für eine traumhafte Reise! Das muss ich mir wirklich merken, denn diese Natur muss man gesehen haben. Klasse Artikel und natürlich geniale Fotos.

    Liebe Grüße, Selda

  4. Das Brodeln und Blubbern mit Geruch hörte sich erst ein wenig nach unserem Asphaltsee auf Trinidad an … aber ich muss gestehen: Bei euch war’s am Ende dann doch romantischer! 🙂 Viele Grüße von den Entdeckerstorys!

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