QUOKKAS AUF ROTTNEST ISLAND – DER SCHÖNSTE TAG DER REISE?

Dienstagmorgen, 5 Uhr. Der Wecker klingelt und wir sind sofort wach. Aufgeregt hüpfen wir aus dem Bett, machen uns fertig und packen unseren Kram zusammen. Kamera, Gopro und Drohne liegen schon bereit. Der heutige Tag wird großartig und da darf ausnahmsweise nichts schief gehen. Wir greifen nach den am Vorabend vorbereiteten Broten im Kühlschrank, steigen ins Auto und fahren zur Werkstatt. Mitzi verbringt den Tag dort, wärend wir auf Rottnest Island einen der schönsten Tage unserer Reise verbringen werden.

 
 

Mit dem Zug sind wir innerhalb einer Stunde am Hafen von Fremantle. Dienstags bekommt man das Ticket für die Fähre nach Rottnest Island zum halben Preis, da haben wir natürlich direkt zugeschlagen. Ein bisschen doof nur, dass es dem Wetter ziemlich egal ist ob Dienstag oder Samstag ist und so stehen wir erstmal im Regen, als wir auf die Fähre warten.

Das Wetter wird doof, haben sie gesagt

Der Wellengang ist sehr stark, als wir übersetzen. Das Schiff fliegt quasi über die Wellen, der Regen peitscht gegen die Fensterscheiben und Jessy kämpft mit Übelkeit. Es sieht alles nicht gerade danach aus, als stünde uns ein toller Tag bevor. Doch die Fahrt dauert mit 45 Minuten recht lange und so können wir unser Glück kaum fassen, als wir in der Ferne über Rottnest Island die Sonne scheinen sehen.

Das Wetter ist super, das Wasser Kristallklar
Das Wetter ist super, das Wasser Kristallklar

Im Ticket mit inbegriffen sind zwei Fahrräder, um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Man hat zwar auch die Möglichkeit mit dem Bus zu fahren, aber wir wollten uns nach all den „Nudel-mit-Pesto-Abenden“ mal wieder ausgiebig bewegen. Dass „ausgiebig bewegen“ nachher zu „komplett verausgaben“ wird, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Wie immer drauf los

Direkt bei Ankunft holen wir unsere Fahrräder ab und düsen ohne Plan einfach drauf los. Schon nach wenigen Kilometern raschelt es im Gebüsch. Ein Quokka! Und entgegen aller Ewartungen tümmeln sich keine Menschen drum herum. Wir machen sofort eine Vollbremsung und halten die Kamera bereit. Die kleinen Tierchen sind nämlich Weltmeister im Posieren und ein Selfie steht defintiv auf unserer Bucketlist. Zuerst ist Jessy an der Reihe einen Versuch zu starten. Eigentlich erwarteten wir, es wäre ein riesiger Akt das perfekte Bild zu bekommen, aber das Quokka gibt sofort alles. Es posiert, lächelt und grinst in die Kamera, was das Zeug hält. Jessy drückt hunderte Male auf den Auslöser und lässt das Quokka schließlich in Ruhe. Das perfekte Selfie ist schnell in der Tasche. Wir haben wohl ein Supermodel erwischt.

Ein Bild von uns mit unserem Quokka
Sooo klein, diese Dinger
Das Quokka performte wie ein Supermodel
Das Quokka performt wie ein Supermodel

Der Radweg auf Rottnest Island ist geteert und dadurch angenehm zu fahren, allerdings sind die Fahrräder schon recht billig und die Gänge schwer. Berge werden zur wahren Fitness-Challenge und wir fühlen uns schnell alt. Als wir dann an einer Steigung auch noch von einer Dame gehobenen Alters mit einem höhnischen „G´day“ überholt werden, wissen wir entgültig, dass wir an unserer Fitness arbeiten müssen. Aber hey, immerhin sind wir nicht abgestiegen!

Rottnest Island von seiner schönsten Seite

Es gibt eigentlich die ganze Strecke über Etwas zu sehen. Ständig halten wir an und machen Fotos. Man könnte schon fast sagen, dass wir ein bisschen herumtrödeln. Am Turqoise Bay (oder so ähnlich – schande über uns) besucht uns ein weiteres Quokka, als wir gerade mit unserer Drohne fliegen. Jetzt ist Peter an der Reihe, sein perfektes Selfie zu schießen. Das bekommt er auch ziemlich schnell. Wir sitzen noch einige Minuten zusammen mit dem Quokka am Picknick-Tisch und genießen seine Aufmerksamkeit, bis wir schließlich weiter fahren. Es ist unfassbar, wie süß diese Tierchen sind.

Keine Ahnung, wer von uns an diesem Tag eigentlich der glücklichste war. Wir, oder das Quokka.
Keine Ahnung, wer hier am glücklichsten ist.
Quokka Selfie
Auch Peter bekommt sein Quokka-Selfie

Auch die Drohnenbilder wurden wunderschön:

Die Strände von Rottnest Island sind allesamt sehenswert und – weil ja zurzeit Winter ist – menschenleer. Perfekte Vorraussetzungen also, um überall anzuhalten und Bilder zu schießen.

Hoch hinaus

Mit pumpenden Herzen radeln wir über einen Berg dem Leuchtturm der Insel entgegen. Auf halben Wege geben wir auf. Wir beschließen, die Drohne noch einmal aufsteigen zu lassen um dem Leuchtturm näher zu kommen, anstatt mit dem Fahrrad höher zu fahren. Wir schieben es für das sportliche Gewissen natürlich auf den Zeitdruck, damit wir schnell weiter können.

Den Leuchtturm haben wir nur mit der Drohne gesehen.
Den Leuchtturm haben wir nur mit der Drohne gesehen.

Denn die Zeit sitzt uns nach hunderten Fotos plötzlich im Nacken. Um 4 Uhr fährt die letzte Fähre zurück zum Festland, wir haben gerade erst ein Viertel der Insel hinter uns gebracht und es ist bereits 2 Uhr. Eine Übernachtung auf Rottnest Island kostet ein Vermögen, also müssen wir unser ohnehin schon leidendes Fitness-Level nochmal um ein paar Stufen steigern. Die Beine bedanken sich am Abend mit Sicherheit.

Rottnest Island ist wunderschoen

Der Regen hat es auch versucht

Wenn wir behaupten würden, auf Rottnest hätten wir die ganze Zeit frühlingshaftes Sonnenschein-Wetter gehabt, dann wäre das schlichtweg gelogen. Denn auf den letzten 2 Kilometern fängt es doch wirklich an zu regnen. Eine einzige doofe Wolke hängt über uns, entleert sich völligst und lacht uns aus, als wir nass bis auf die Unterwäsche auf unseren Fahrrädern herumdödeln. Aber wir lachen zurück. Es ist uns nämlich ausnahmsweise mal egal – viel zu schön war dieser Tag, als dass er von einer schlecht gelaunten Regenwolke zerstört werden könnte.

Regenwolken
Regenfront vorraus

Schon fast zu früh kommen wir wieder am Hafen der Insel an, bringen unsere Fahrräder zurück und steigen auf die Fähre. Die Sonne steht schon tief, als das Schiff zurück zur Stadt fährt. In Perth angekommen regnet es wieder heftig und die Oberschenkel schmerzen so sehr, als wären wir bei den Olympischen Spielen angetreten. Aber das intressiert uns nicht. Wir lächeln, denn wir sind glücklich. Glücklich und Dankbar. Es war einer der schönsten Tage, die uns Australien auf unserer Reise geschenkt hat.

Posted on: 16. Juli 2018

3 Gedanken zu “QUOKKAS AUF ROTTNEST ISLAND – DER SCHÖNSTE TAG DER REISE?

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